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18. Februar, 02:24 Uhr

Kneipeneröffnung, olé!


Heute fuhren Lars, Jan und ich nach Wuppertal. Lars sagte nämlich, er würde dort jemanden kennen, der jemanden kennt, der jemanden kennt, der dort eine Kneipe eröffnet. Und er wäre eingeladen. Und ob wir mitwollten... frohen Mutes fuhren wir also los, respektive, ich fuhr los. Dank Navigationsgerät hatten wir die Lokalität auch schnell gefunden, das Auto abgestellt und näherten uns der Eingangstüre.

Schwungvoll öffneten wir die Tür und die feuchtwarme, stickige Luft einer durch rot beleuchtete Nebelschwaden in Erscheinung tretenden Kneipe überwältigte uns. In unserem Schwung standen wir schon drin, als die Tür hinter uns zuschlug und ich erkannte, daß In the Navy der Village People gespielt wurde und die Stimmung überaus ausgelassen war. Der Laden war voll bis oben hin und es wurde getanzt und gejubelt, Männer lagen sich feucht fröhlich in den Armen und gröhlten mit. Erstaunlich viele Männer.

Während Jan und mir der Mund offenstand und wir wie gelähmt dem Treiben zuschauten, grinste Lars und blickte stolz in die Runde. Dann sagte er, über den Lärm hinweg: Ich habe doch erwähnt, daß der Besitzer schwul ist?!

Als ich mich gerade umwenden wollte um ihn zu erwürgen, kam die Bedienung, ein korpulenter, in Leder gekleideter Mann mit einem Oberlippenbart, hieß uns willkommen und fragte, was wir denn trinken wollten... wir Süßen. In diesem Moment rief eine Stimme von hinter der Theke: Hallo Lars, drei Bier?
Der korpulente Kellner zwinkerte uns zu und verschwand wieder in der Menge. Der Barmann, außer einer Lederweste, einer Lederhose und einem Lederhut mit Nieten nichts tragend, hatte schon die drei frisch gezapften - natürlich großen - Biere auf die Theke gezaubert und bedeutete uns eifrig, daß wir näherkommen sollten, während er mit seinen lidschatten-geschwärzten Augen klimperte.

Lars tänzelte zur Theke und Jan und ich erstmal zur Wand, an der entlang wir uns mit ausladenden Seitwärtsschritten in Richtung Bar fortbewegten. An der Bar wurden wir mit einem überaus nasalen "Hallo" begrüßt und uns wurde bedeutet, neben der dort sitzenden, schwarzen Transsexuellen Platz zu nehmen. Die Barhocker, die eher an Sattel mit Stelzen erinnerten, waren nicht nach unserem Geschmack und wir fühlten uns, an der Wand stehend, eigentlich auch ganz gut. Daher winkten wir breit grinsend ab.

Das Kölsch kippte ich dann recht zügig in mich hinein, die Trinkpausen nutzte ich dazu, einerseits dem bunten Treiben zuzschauen, andererseits um Lars die furchtbarsten Blicke zuzuwerfen, die ich im Repertoire habe.

Außer der Transsexuellen sah ich keine einzige Frau. Abgesehen vielleicht von dem recht schmächtigen jungen Mann, der weiter hinten auf einer Schaukel saß.

Dann kam die Polonese.

Eine endlos aussehende Schlange formierte sich innerhalb des Chaos von Lack und Leder und ihr Kopf steuerte unnachgiebig auf uns zu. Mit jedem Takt der Musik kam dieses Ungeheuer näher und durch die Musik hinweg hörte ich "häng dich dran!" und "nicht an der Schulter!". Mein Kopf raste und dann merkte ich, daß ich einen lauten und langen Schrei nicht weiter unterdrücken konnte. Dem Himmel sei dank, daß Jan gleichzeitig mit mir einsetzte und dann rannten wir, was das Zeug hielt; raus, auf die heterosexuelle Straße.

Die Tür schlug hinter uns zu und der Lärm von innen klang nur noch gedämpft. Plötzlich ging die Tür auf, die Musik war wieder überdeutlich und... Lars kam raus. Fragte: Fahren wir?

Und wir fuhren. Halleluja! Wir fuhren. Und ich habe mir geschworen, ich werde mich dafür rächen! Und sei es durch eine etwas übertriebene n.com Story.
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