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01. März, 00:05 Uhr

Der Strudel in der Badewanne


Es tut mir sehr leid, daß ich meinen Lesern ein Foto von meinem Badewasser zumuten muß, aber die Wissenschaft verlangt es:

Strudel in der nördlichen Hemisphäre?


Falls es etwas schwer zu erkennen ist: das Wasser läuft hier gegen den Uhrzeigersinn ab. Meterologen würden dies zyklonal nennen. Es ist nämlich so, daß eine landläufige Meinung besagt, daß auf der nördlichen Halbkugel das Wasser stets linksherum abläuft, auf der südlichen Halbkugel jedoch rechtsherum.

Das oben gezeigte Badewasser, vor einer knappen Stunde im Abfluß verschwunden, befand sich in etwa auf dem 51sten Breitengrad und verhielt sich demnach erwartungskonform.
Die "Weisheit" allerdings, die diese Regel postuliert, wird von der amtierenden physikalischen Lehrmeinung bezweifelt, bzw. für falsch erklärt.

Die einzige Erklärung wäre nämlich die Corioliskraft. Die wirkt aber in einem solchen Falle so derartig schwach, daß sie, so die Lehrmeinung, keinerlei Einfluß auf die Drehrichtung des Strudels haben kann. Vielmehr soll die Einlaufrichtung des Wassers oder die Beschaffenheit der Wanne rein zufällig dafür sorgen, daß das Wasser linksherum abläuft. Oder vielleicht doch rechtsherum; die Chaostheorie kommt zum Tragen.

Besagte Corioliskraft wirkt im rotierenden System Erde vor allem auf große Lufträume und lässt die Wolkenwirbel auf der nördlichen Hemisphäre stets zyklonal wirbeln, auf der südlichen antizyklonal.
Am deutlichsten kommt sie meiner Meinung nach zum Tragen, wenn man ein nach vorne drehendes Rad links und rechts an der Achse hält und nun die linke Hand nach vorne und die rechte zurück nimmt. Man wird merken, daß eine ziemlich gut spürbare Kraft die linke Hand nach oben drückt, bzw. die rechte nach unten.

Das ist auch der Grund wieso man, auf dem Motorrad sitzend, stets erst nach links lenken muß, um in eine Rechtskurve hineinfallen zu können.

Die moderne Physik behauptet nun jedenfalls, daß die Corioliskraft nichts mit dem Strudel zu tun hat. Eine andere Kraft kann dafür aber nicht in Frage kommen. Trotzdessen gibt es die Beobachtung (siehe Foto), daß das Wasser nördlich des Äquators linksherum abläuft.

Also haben wir eine Beobachtung, die per physikalischer Meinung mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,5 auftreten müßte (es gibt ja nur linksrum oder rechtsrum). Wenn dem so wäre, dann wäre allerdings die genannte Binsenweisheit nie entstanden. Das ist ja ein statistisches Quasigesetz. Man hatte also zuerst die Beobachtung. Dann hat man versucht, für diese Beobachtung den physikalischen Nachweis zu erbringen und man hat gesehen, daß dieser nach der derzeitigen Lage der Erkenntnis nicht existiert.

Also ist, was nicht sein darf.

Es ist klar, daß man den Strudel durch Eingreifen durchaus in eine andere Richtung bewegen kann. Als Kind habe ich das selbst oft genug geschafft. Aber wenn man die Finger davon lässt (und noch nichtmals 50 oder 60 Stunden wartet, bis sich das Wasser beruhigt hat), dann läuft es linksherum. Oder etwa nicht?

Irrt die moderne Physik? Das wäre schwer zu glauben, nicht wahr?
Sind die Beobachtungen falsch? Noch schwerer zu glauben, denn eine solche "Legende" kommt a.) nicht von ungefähr und es wurde b.) oben der Foto(indizien)beweis geliefert.

Wer hat die Lösung? Wie läuft das Wasser bei Dir ab? Und vor allem: warum?

(Ärgerlich, daß Mario aus Australien zurück ist. Aber was soll's? Lars hat mir auch kein Foto von einem umgefallenen Sack Reis aus China geschickt und Jürgen schuldet mir immernoch ein Foto von schwedischen Gardinen! Kein Verlass ist auf die Leute!)
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