Mir gefallen Menschen besser als Prinzipien und Menschen ohne Prinzipien besser als irgendwas auf der Welt! So oder ähnlich drückte sich mal Oscar Wilde aus. Auch ich möchte ein kürzlich aufgestelltes Prinzip brechen und nicht,
wie angekündigt, meine kompositorischen Bemühungen für
Anudu zugunsten von
Enuma Elish auf Eis legen.
Ich bin selber erfreut zu bemerken, daß meine musikalische Motivation nach den Anstrengungen der Wochen vor der
Release Party nun zurückzukehren scheint. Wie bei einem zweiten (eigentlich dritten) Album üblich habe ich mir persönlich eine Unmenge an Kritik anhören müssen, die so ziemlich alle Facetten unseres Schaffens betraf, sowie jedes Bandmitglied mindestens einmal. Aber ich habe auch viele gute Dinge und motivierende Schulterklopfer bekommen. Gerade diese legten wahrscheinlich den Nährboden für meinen heutigen ersten Schritt für's vierte Anudu Album. Der Punkt wird immer sein, daß niemand mit der Fähigkeit zum perfekten Schaffen auf die Welt kommt. Allein die zugrundeliegende Motivation bestimmt die Höhe des Berges, den man zu erklimmen gedenkt. Mein Leben ist voll von Beweisen für diese Hypothese.
Hinzu kommt, daß ich mit sehr vielen Liedern des neuen Albums sehr zufrieden war. Besonders, weil sie in meinem Kopf immer so existierten, wie es für uns zur Zeit noch unmöglich ist, sie zu bannen. Wer aber die Aufnahmen des Sighland Albums mit denen des Rocktails Albums vergleicht, dem wird ein Qualitätssprung nicht verborgen bleiben. Und ich sehe nicht ein, mich zur Ruhe zu setzen, nur weil Dinge nicht klappen, wie sie sollen oder weil Leute, die keine Ahnung haben oder diese Art von Musik generell nicht mögen, Kritik üben.
Just allein heute sind 800 MB Anudu Songs in die Türkei geflossen. Wir stehen momentan schon an einem Punkt, von dem ich vor 6 Jahren nicht zu träumen gewagt hätte. Und wir werden zu richtigen Musikern. Das alles ist Grund genug, die Gitarre wieder in die Hand zu nehmen und die erste Note für eine neue musikalische Reise zu schreiben. Ich werde nicht aufgeben. Und meine Jungs auch nicht. Zumindest glaube ich das von 2/3! :)
Wie dem auch sei, das größte Problem ist das Thema. Churchill sagte mal, daß alles, was zu dumm sei, gesagt zu werden, gesungen werden würde. Ich möchte dem alten Kautz nicht rechtgeben müssen. Aber mein größtes Problem sind nicht die Melodien, sondern die Texte. Und da auch nicht das Texten, sondern eben das Thema. Das letzte Album handelte von der Liebe und von dem Willen, nicht aufzugeben. Das Album davor erzählte alle möglichen Geschichten. Worum soll sich das nächste Album drehen?! Ich weiß es leider noch nicht...
Das Lied, das heute das Licht der Welt erblickte - es ist sicher nicht der beste Anudu Song - handelt von Krieg und den Alpträumen, die nach dem Krieg im Kopf eines Soldaten übrigbleiben müssen. Es wird wahrscheinlich
Joys of War heissen. Ich kann und will nichts versprechen. Aber ich verspreche trotzdem, daß hier wieder mitgegröhlt werden kann und einige Überraschungen noch in unseren Hüten warten.
Diese Reise ist noch lange nicht zu Ende! Und vielleicht gibt's auf unserer Tour auch schon etwas neues! Vom nächsten Album.