Uebersprunghandlung
Eine Übersprunghandlung (man beachte: nicht Übersprungshandlung), auch Übersprungbewegung genannt, ist eine Konfliktsituation im Verhalten eines Lebewesens. Wenn es eine bestimmte Handlung vollführen möchte, diese aber gleichzeitig zu unterdrücken versucht, dann kommt es vor, daß eine Handlung aus einem völlig anderen Verhaltenskontext ausgeführt wird.
Ein gutes Beispiel ist jemand, der eine Rede halten will. Wenn er nervös ist, dann hat er den Trieb, wegzulaufen. Diesen Trieb unterdrückt er und dann kratzt er sich am Kopf. Oder er räuspert sich. Oder er schaukelt vom einen Bein auf das andere. Oder ordnet seine Notizblätter neu. Oder streicht sich über die Nase.
Allesamt Handlungen, die rein gar nichts mit der Handlung Rede halten zu tun haben.
Gut beobachten kann man Übersprunghandlungen in einer Kneipe, wenn neue Gäste hereinkommen. Diese vollführen fast immer Handlungen, die nichts mit der Handlung in die Kneipe reingehen zu tun haben. Kopfkratzen, Schal geraderücken, Brille abnehmen und putzen, Gespräch mit Begleitung vom Zaun brechen, Hände in die Hosentaschen, aus den Hosentaschen, Jacke öffnen, etc.
Übersprunghandlungen interpretiere ich als Unsicherheit.
letztes update: 2006-03-17 00:56:21 von Held (hh)
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